"Gebt uns eine Chance"

"Gebt uns eine Chance" - so lautet der Titel eines Zeitungsartikels in der Märkischen Allgemeinen. Er handelt von der Integration junger Menschen mit motorischer und kommunikativer Einschränkung auf dem ersten Arbeitsmarkt, und davon, wie sie eben nicht gelingt. Die Autorin stellt Betriebe infrage, fordert sie auf, endlich die Augen zu öffnen, weil die Inklusion an niemanden hier in Deutschland spurlos vorbeigehen wird. Nebenbei erzählt sie ihre "Leidensgeschichte", so viele Bewerbungen geschrieben und doch keinen Ausbildungsplatz. Und das nur, weil sie im Rollstuhl sitzt! Ernsthaft?

 

Nach dem Lesen muss ich grinsen, aber auch die Wut runterschlucken, die gerade in mir aufsteigt. Denn das ist meine Geschichte, ich habe sie auf Papier gebracht und hier veröffentlichen lassen. Ich muss sagen, ich bin stolz, doch auch sehr verstimmt darüber, dass diese Aktion überhaupt notwendig war. 

 

Wie kam es dazu? Es ist Samstagmorgen. Eine Freundin hat mir gerade den Artikel mit dem Titel "Projekte zur Förderung der beruflichen Teilhabe von Menschen mit schwerer Bewegungseinschränkung und schwerer Kommunikationsbeeinträchtigung" aus der "Zeitschrift für Heilpädagogik" abfotografiert. Was für ein Titel! Sie sagt, vieles in dem Artikel gefiele ihr nicht und ich solle das Thema doch mal aus meiner Sicht beleuchten. Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, konnte ich mit Sicherheit sagen, dass er mir auch nicht gefiel. Welcher Mensch wollte schon arbeiten, nur weil er Teil von irgendeinem Projekt war. So nach dem Motto: "Wenn es uns nicht gebe, würdest du hier nicht deine Brötchen verdienen können. Sei dankbar!" Was sollte das?

 

Eigentlich wollte ich nicht darüber schreiben, denn ich war gerade auf der Suche nach einem Praktikunsplatz und die ganze Sache ging mir mal wieder ziemlich nah. Alles wiederholte sich und das war deprimierend! Doch vielleicht könnte ich mit meinem Text Unternehmen mobilisieren. ...

 

Schlussendlich investierte ich etwa drei Stunden meines Wochenendes und auch einige Tränen - doch das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

 

Durch eine Sportveranstaltung meiner Schule im letzten Jahr, für deren Bekanntmachung ich ein Interview gab, lernte ich eine sehr nette Journalistin der Märkischen Allgemeinen kennen. Das war meine Chance! Und tatsächlich, mein Text wurde dort veröffentlicht. Was dabei rausgekommen ist, seht ihr mit einem Klick auf das nachfolgende Bild.

 


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